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Reichenbach/Bad Elster

Vogtland stolz wie Bolle auf seine neue Knolle

Die ersten Kartoffelbauern in Deutschland müssen Vogtländer gewesen sein,
dessen ist sich Ulrich Wenzel, Chef des Vogtländischen Knollenrings, sicher.
Zwar hatte der "Alte Fritz", König Friedrich der II. von Preußen,
die Kartoffel als eine der wichtigsten Nahrungsmittel in Deutschland etabliert,
doch Vogtländer hätten die Knolle bereits 100 Jahre zuvor in den Acker gebracht.
Der Verein habe Belege dafür in Archiven gefunden, die bis in das Jahr 1647
zurückreichen, so Wenzel. Nun muss für die Archive eine weitere Kartoffelsorte
aus dem Vogtland festgehalten werden.

Die frisch getaufte neue Kartoffelsorte hat eine blaue Schale und gelbes Fruchtfleisch mit roten
Farbeinschlüssen.Bildrechte: dpa

             

TAUFE! KARTOFFEL-PRINZESSIN HAT SICH DIESEN NAMEN AUSGEDACHT

Kartoffelprinzessin Selina I. mit einer der frisch getauften Knollen auf einem Acker in Reichenbach.

Reichenbach - Mit einer hauseigenen Kartoffel will das Hotel „König Albert“ in
Bad Elster die vogtländische Kartoffel-Anbautradition für seine Gäste pflegen.

Hotel-Chefkoch Josef Kloiber will damit viele Rezepte entwickeln. Die bislang namenlose Knolle wurde
jetzt von Kartoffelprinzessin Selina I. auf den Namen „König Albert“ getauft.

Die neu gezüchtete Sorte entstand zufällig, so Landwirt Ulrich Gündel. Er baut sie neben 130 weiteren
seltenen Sorten an.

Die Kreuzung aus einer 150 Jahre alten englischen Art und der sogenannten
„Vogtländischen Blauen“ ergibt demnach eine längliche Knolle mit gelbem
Fruchtfleisch und roten Farbeinschlüssen. Mahlzeit!

             
             
             
             
             
             
             
             
           
           
           
           
           
           
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Schüler aus Plauen legen wie früher Kartoffeln mit der Hand

die Kartoffel erfuhren 36 Drittklässler der Astrid-Lindgren-Grundschule aus Plauen am Dienstag bei Kartoffelbauer Ulrich Gündel (stehend) in Rotschau bei Reichenbach:

Eingeladen zum Natur-Unterricht hatten der Plauener Verein VITAL (Vogtländische Initiative für Teilhabe und Aktives Leben) und der Vogtländische Knollenverein. Ziel war es, behinderte Menschen und Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche zusammen zu bringen – in der Natur. Kartoffel-Kenner Gündel berichtete vom weltweiten Siegeszug der Kartoffel, der vor etwa 500 Jahren in Südamerika begann. Gündel zeigte eine Kartoffel- Legemaschine und hatte vier Furchen für die Kinder vorbereitet – zum Kartoffel-Legen.
Dabei stellte er eine Bedingung: Sortenrein mussten die Knollen in die Erde; vier Sorten hatte er ausgewählt: Die vogtländische Blaue, eine über 100 Jahre alte Kartoffel aus unserer Region; den „Reichskanzler“, der 1885 in Zwickau gezüchtet wurde; die blaufleischige Vitelotte, eine alte Kartoffel aus Frankreich; und die Sorte „roter Kardinal“, die weinrot aussieht. Ina Ullmann

2015-05-06

 
 

Adorfer Schüler fahren nach Berlin

Super-Köche: Neuntklässler der Zentralschule haben den Wettbewerb um die Kartoffelkrone gewonnen. Als Lohn fahren sie zur Grünen Woche.

Adorf. Die Zentralschule Adorf hat besonders gute Schülerköche in ihren Reihen. Beim dritten Wettbewerb des Vereins Vogtländischer Knollenring um die Kartoffelkrone gewann das Quartett aus der Klassenstufe 9 in einem "Wimpernschlag-Finale" gegen die Mannschaft der Dr.-Christoph-Hufeland-Oberschule Plauen. Lohn: Die Schüler dürfen ihre Kochkünste in Kürze auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin beweisen. Diese findet vom 17. bis 26. Januar statt.

Bewertet wurden die Kochleistungen von einer Jury, in der Gastronom und Buchautor Ditter Stein aus Syrau, der Adorfer Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) sowie Torsten Grütze (1. Hobbykoch des Knollenrings) saßen. Die Schülerinnen Celina Japschynski, Anna Glier, Lasa Freigang und Anne Blahowetz bildeten die Adorfer Mannschaft. Betreut wurden sie von Lehrerin Cornelia Wolfram sowie der ehemaligen Pädagogin Barbara Ulbrich, die sich im Ruhestand um Ganztagsangebote in der Schule kümmert. Kredenzt wurden der Jury Kartoffeltürmchen mit Crème-fraîche-Füllung, eine Mousse von Forellenfilet mit Mandarinen sowie Cranberry-Quarkspitzen mit Eis. Zudem kamen Hufeländer Waffelburger, Kartoffel-Sauerkrautauflauf, Cordon bleu von der Pute und Schnitzelchen auf den Tisch.

Die Pokale für den in der Zentralschule ausgerichteten Wettbewerb sponserte der Oelsnitzer Oberbürgermeister Mario Horn (CDU).

http://www.freiepresse.de/DYNIMG/89/71/4468971_W300.jpgDie siegreiche Mannschaft der Adorfer Zentralschule. 

Foto: privat

Urkartoffel und 50 Sorten präsentiert

Das 8. Kartoffelfest in Tirschendorf stellte gestern alle bisherigen Besucherrekorde in den Schatten.

Tirschendorf. Alle Erwartungen übertroffen wurden gestern zum 8. Kartoffelfest der Agrargenossenschaft Tirschendorf. Rund 7500 Besucher zog es nach ersten Schätzungen der Veranstalter ohne Unterbrechung den ganzen Tag über auf das Areal an der Schönecker Straße und sorgten fast für eine echte "Wiesn"-Atmosphäre. Nach den stets positiven Resonanzen in den zurückliegenden Jahren, könnte das nun ein neuer Besucherrekord sein

Unterstützung fand die Agrargenossenschaft in bewährter Weise beim Verein Vogtländischen Knollenring. Dessen Vorsitzender Ulrich Wenzel und seine Erdäpfel-Experten informierten nicht nur über historische Nachweise zum Anbau der "Vogtländischen Knolle", sondern auch einige Urkartoffeln sowie knapp 50 Kartoffelsorten. Von Erfolg gekrönt war auch der Aufruf des Vereins über die alte einheimische Kartoffelsorte "Vogtländische Blaue". Gleich mehrere Besucher hatten sie mitgebracht. "Wir möchten diese regionale Sorte wieder etablieren", machte der Vereinschef aufmerksam.

Extrem groß war das Interesse der Besucher zum Beispiel an einer Kartoffelverkostung mit Leberwurst, Quark oder auch Butter, zu der die Agrargenossenschaft eingeladen hatte. Hauptanliegen der Agrargenossenschaft ist es, den Bekanntheitsgrad der Frucht zu erhöhen, die nach der Wende 1991 als einziger Agrarbetrieb den Kartoffelanbau beibehalten und im Vogtland wieder traditionell fortgeführt hat. Kein Wunder, dass auch im Kartoffel-Lagerhaus die vogtländischen Kartoffeln verkauft wurden wie warme Semmeln. Präsentiert wurden neben moderner landwirtschaftlicher Technik auch Oldtimer und ein Traktoren-Parcours. Zum Kartoffelfest vertreten waren außerdem verschiedene Direktvermarkter mit einem breit gefächerten Angebot. Kaum noch ein freier Platz zu finden war im großen Bierzelt. Dort wurde nicht nur Bier ausgeschenkt, sondern unter anderen auch massenhaft Kaffee und frisch gebackener Kuchen verkauft. Für fröhliche Feststimmung sorgten zum Kartoffelfest die Eimberg-Musikanten und die Bläserklasse der Mittelschule Oelsnitz. Ebenso erfreuten die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten Marieney mit einem kleinen Programm. Umrahmt wurde das Kartoffelfest von der Modenschau eines Schönecker Geschäfts und einer geselligen Abendveranstaltung.

erschienen am 30.09.2013 (Von Steffen Adler

Bei Ulrich Wenzel und "Erdäpfel-Experte" Ulli Gündel erfuhren die Besucher gestern interessantes über die Kartoffel. 

Foto: Steffen Adler

Sie luden gestern interessierte Gastronomen zum "1. Dehoga-Genießer-Treff" in Gündels Kulturstall nach Reichenbach ein: Dieter Heymann, Geschäftsführer des Dehoga-Regionalverbandes Chemnitz, Ulrich Wenzel, Vorsitzender des Vogtländischen Knollenrings, Doreen Münch, Geschäftsführerin des Vereins Direktvermarktung in Sachsen, sowie Ulrich Gündel, Senior-Chef des Kulturstalls (von links). Im Mittelpunkt stand die Kartoffel. 

Foto: Franko Martin

Knollenregion gibt sich die Ehre

Beim "1. Dehoga-Genießer-Treff" drehte sich gestern in Gündels Kulturstall in Reichenbach alles um die Kartoffel. Gastronomen kamen direkt mit den Erzeugern in Kontakt.

Reichenbach. Ulrich Wenzel, den Vorsitzenden des Vereins Vogtländischer Knollenring, treibt eine Vision um: "So wie der Spreewald mit der Gurke wirbt, so sind wir die Knollenregion in Sachsen." Immerhin waren die Vogtländer um 1650 die ersten in Deutschland, die Kartoffeln auf ihren Feldern anbauten. Der legendäre Kartoffelbefehl des Preußenkönigs Friedrich II. folgte erst über 100 Jahre später.

Die Kartoffel, nicht als profane Sättigungsbeilage, sondern als kulinarisches Erlebnis, stand daher gestern im Mittelpunkt des "1. Dehoga-Genießer-Treffs" in Gündels Kulturstall in Reichenbach. Zu der Veranstaltung, die 50 Plätze bot, hatten sich 20 Gastronomen aus ganz Südwestsachsen angemeldet.

Laut Dieter Heymann, Geschäftsführer des Dehoga-Regionalverbandes Chemnitz, sei dies "ein neuer Weg, um Gastronomen direkt mit Erzeugern zusammenbringen". Dabei greife man eine Idee aus Dresden auf, wo man mit der Reihe "Kulinarischer Dehoga-Treffpunkt" bereits Netzwerke zwischen Gastronomen und regionalen Direktvermarktern fördern konnte. Entscheidend für den Gast seien die Qualität und das kulinarische Erlebnis. "Wer heute eine Gaststätte besucht, erwartet regionale Produkte. Wir helfen den Gastronomen, die Kontakte zu knüpfen", sagte Doreen Münch, Geschäftsführerin des Vereins Direktvermarktung in Sachsen. Der Verein bezuschusst Netzwerke mit einem Gastronomiebetreiber und mindestens drei Direktvermarktern mit bis zu 3000 Euro. Im Vogtland existiert so bereits das Netzwerk "So schmeckt das Vogtland" mit vier Gastronomen und zehn Erzeugern.

Ulrich Gündel, Senior-Chef des Kulturstalls, dessen Inhaber sein Sohn Swen ist, erklärte gestern: "Das Landhotel Alt-Jocketa und die Bayerische Hof in Grünbach haben schon Kartoffeln von uns bezogen. Aber die breite Nachfrage blieb aus. Deshalb gehen wir nun in die Offensive." Familie Gündel ist der Kartoffel verfallen. Fast 100 historische Kartoffelsorten aus der ganzen Welt werden an der Schwarzen Tafel angebaut und vermehrt. "Die Kartoffeln sind für mich sowas wie meine Kinder. Ich tue alles, damit es ihnen gut geht", bekennt Ulrich Gündel. Auf der Grünen Woche in Berlin und beim Landeserntedankfest in Delitzsch rührte man die Werbetrommel. Holger Streit, der sich im Kulturstall ums Marketing kümmert, berichtete von einer Frau, die beim Kosten sagte: "Ich schmecke meine Kindheit wieder." Das sei der große Unterschied zu den wenigen Knollensorten im Supermarkt.

Um die Gastronomen die enorme Geschmacksvielfalt von würzig-erdig bis samtweich erleben zu lassen, konnten sie gestern zehn verschiedene Knollensorten probieren. Der Gaumenkitzel sollte ihre Fantasie beflügeln. Holger Streit regte ein Kartoffel-Neunerlei als regionales Gericht auf der Speisekarte an. Zudem gab es Gelegenheit, direkt mit den Erzeugern ins Gespräch kommen. Die Vinotheker zeigten als Kulturstall-Hausband Ausschnitte aus ihrem Verkostungsprogramm "Artüffel & Quark". Was an Greifbarem herauskommt, wird sich in den kommenden Wochen erweisen.

Termine: Sonntag, 29. September, 10 bis 18 Uhr Kartoffelfest in Tirschendorf; Freitag, 4. Oktober, 19 Uhr Auftakt zu den Wein- und Kartoffelverkostungen in Gündels Kulturstall.

www.guendels-kulturstall.de

erschienen am 24.09.2013 ( Von Gerd Betka )

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Knollenfreunde scharen sich um gefährdete Eichigter Schulküche

Eltern und Gemeinde wollen, dass

Für die Kartoffel läuft Ulrich Wenzel, Vorsitzender des Vogtländischen Knollenrings, mit einem aufsehenerregenden Hut Werbung. 
Foto: E. Sommer/Archiv

Kindern weiter Einheimisches aufgetafelt wird. Unterstützung dafür gibt's von Kartoffel-Lobbyisten.

Eichigt. Das Schulessen steht in Deutschland in so schlechtem Ruf, dass immer wieder Fernsehberichte Massenabfertigung mit industriell hergestellter Nahrung zeigen. Die Gemeinde Eichigt setzt in ihrer Grundschule seit Jahren auf den anderen Weg: Eine eigene Schulküche, die im Ort angebautes Gemüse und Obst verarbeitet - die Kinder haben Kartoffeln oder Äpfel,

die sie später verspeisen, selbst angebaut. Doch die Küche ist jetzt in Gefahr.

Denn eine Pflicht, die eigene Schulküche zu unterhalten, hat Eichigt nicht. Und allem, was keine Pflicht ist, droht der Rotstift, wenn ab 2014 die Gemeinde auf strengen Sparkurs gezwungen ist. Gemeinde und Eltern der Kinder wollen das nicht akzeptieren. Die Essenpreise pro Portion steigen - von 1,85 Euro auf 2,50 - das ist mehr, als Bürgermeister Christoph Stölzel (parteilos) vorschlug.

Rückenwind gibt's durch den Verein Vogtländischer Knollenring. Der unterstützt seit Jahren mit der Agrargenossenschaft Tirschendorf die Schule beim Projekt "Kleiner Bauer" und hatte eine Umfrage angeschoben, wie das Essen ankommt. Die angehende Ernährungswissenschaftlerin Therese Körner fragte die Knirpse: 85 Prozent essen täglich mit, 98 Prozent der Kinder schmeckt das Essen, 81 Prozent essen gern mit ihren Mitschülern.

Für Ulrich Wenzel, Vorsitzender des Knollenrings, ist klar: Eichigts Schulküche darf nicht geopfert werden. Schüler legen, pflegen, ernten Kartoffeln, für Wenzel "eine Initiative mit Nachhaltigkeit für das ganze Leben". Lernen die Kinder doch so, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen, welche Mühe es bedeutet, sie anzubauen, dass Landwirte viel für die Pflege der Kulturlandschaft tun. Wenzel: "Kinder können durch eigenes Erleben die Erzeugerkette bis auf den Teller in ihrem Speisesaal nachvollziehen. Wo gibt es das noch?" Wer schon als Kind gesunde und heimische Kost esse, lerne Lebensmittel schätzen. Für Wenzel kann so Geld gespart werden. Geld, das später Krankenkassen in die Hand nehmen müssten: "Jedes siebte Kind ist übergewichtig. Tendenz drastisch steigend", so Wenzel.

Bürgermeister Stölzel weiß beim Kampf um die Schulküche Landrat Tassilo Lenk (CDU) hinter sich. Auch an Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) hat er geschrieben und sie um Hilfe gebeten. Die Antwort steht noch aus.

Die Kartoffel steht dreifach im Mittelpunkt: Am 17. August gibt's auf dem Hainberg bei Asch/Aš ein tschechisch-deutsches Kartoffelspektakel. Am 25. August feiert Unterwürschnitz Knollensteigfest. Am 29. September lädt die Agrargenossenschaft Tirschendorf zum Kartoffelfest. 2011 lockte es mehr als 6000 Gäste an.

FP: 17.07.2013