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Kartoffel-Lehrpfad

"Vogtländischer Knollensteig"

F√ľr Wanderer aus nah und fern ist als Ausgangspunkt f√ľr den vorgesehenen Kartoffel- Lehrpfad "Vogtl√§ndischer Knollensteig" in Abh√§ngigkeit vom jeweiligen Verkehrsmittel der DB- Haltepunkt Hundsgr√ľn oder der Parkplatz an der ehemaligen Gastst√§tte "Elstertal" (B 92, Buslinie V-9) w√§hlbar. Beide liegen nur ca. 1 km auseinander. Auch vom "Vogtland Panorama Weg" aus ist der Einstieg in "Hundsgr√ľn" m√∂glich. Der Lehrpfad wird dazu beitragen, zwischen "Hundsgr√ľn" und Tirschendorf die geschichtliche Bedeutung vom Beginn des Kartoffelfeldanbaus bis zum heutigen Niveau seiner Betreibung zu veranschaulichen.

Vom Haltpunkt f√ľhrt die Stra√üe nach rechts durch den Talgrund der Wei√üen Elster zur B 92 Plauen-Bad Brambach. Kurz vor deren √úberquerung sind rechts noch die Fundamente einer alten Alraunm√ľhle. Bevor hier von 1542- 1576 die Oberm√ľhle erbaut wurde, befand sich an dieser Stelle wohl ein noch √§lterer Eisenhammer. Schlackenfunde belegen diese Vermutung. Der sp√§tere Name "Alraunm√ľhle" wurde in Verbindung gebracht mit einer Alraune - einer zauberkr√§ftigen Wurzel des Faulbaumes.

Wir √ľberqueren die Bundesstrasse 92 nach rechts und gehen auf dem Fu√üweg ungef√§hr 300m durch die Siedlung "Elstertal" bis zum Parkplatz gegen√ľber der gleichnamigen ehemaligen Gastst√§tte (im Volksmund "K√§s¬īburg" genannt).

Hier schwenken wir links ein, gehen kurz bergan auf der alten Fahrstraße nach Marieney und erreichen das Pfarrholz. In diesem wandern wir weiter bergan und kommen an die heutige Verbindungsstraße Elstertal - Marieney.

Wir folgen nun dem an dieser Stelle kreuzenden einstigen historischen Fernweg Leipzig - Eger in Richtung Unterw√ľrschnitz. Auf diesem sollen w√§hrend des 30- j√§hrigen Krieges die Wallensteinischen Truppen unter Piccolomini 1632 Richtung Oelsnitz durchgezogen sein, um sich dort mit den Truppen des General Holk zu vereinigen. Wir genie√üen von der H√∂he einen sch√∂nen Blick in das Elstertal und zur Gemeinde Hundsgr√ľn. Wieder nimmt uns Wanderer ein reizvolles Waldgebiet auf und f√ľhrt uns bergab bis zum Tal des W√ľrschnitzbaches. Beim Heraustreten aus dem Wald entdecken wir das von Legenden umrankte "Kartoffelh√§usel". In diesem lebte um 1730 der Zimmermann Hans Wolf Kummerl√∂w, welcher schon fr√ľhzeitig im Vogtland Kartoffelanbau betrieben haben soll. Im historischen Original war das "Kartoffelh√§usel" ein zweigeschossiges Wohn-/ Stallhaus mit angebauter Scheune.

Nach Jahren des Verfalls wurde jetzt dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude durch private Initiative neues Leben eingehaucht.

√úber den W√ľrschnitzbach geht die Wanderung bergan nach Unterw√ľrschnitz, einem erstmals 1328 als Wirsenitz urkundlich erw√§hntem Ort slawischen Ursprungs. Der markierte Weg f√ľhrt weiter an einigen dicht aneinander gedr√§ngten Wohnstallh√§usern mit Umgebinde und Lehmfachwerk vorbei zur Kirche. Dieses Gotteshaus mit seinem gedrungenen Turm k√∂nnte im 13. Jahrhundert als Wehrkirche entstanden sein. Im Inneren besitzt das Kirchlein attraktive Sehensw√ľrdigkeiten, u. a. einen Schnitzaltar des ber√ľhmten Johann Simon Zeitler aus Gr√ľn/ Doubrava und eine Renaissancekanzel, welche auf einem Barockengel mit Taufschale ruht. Als Kleinod ist auch die im Jahre 1792 in der Werkstatt des bekannten Adorfer Johann Gottlieb Trampeli gebaute Orgel zu bezeichnen.

Die Heimatstube des B√ľrgerhauses wird in Zukunft eine umfangreiche Sammlung von Ver√∂ffentlichungen zum Beginn des Feldanbaus der Kartoffel -der Vogtl√§ndischen Knolle- beherbergen.

Den Kirchsteig rechts bergauf entdecken wir links ein gut erhaltenes Steinkreuz. Es tr√§gt vertieft Umrisse eines Schwertes, etwas einem Reiters√§bel √§hnelnd. Der Markierung folgend f√ľhrt die Wanderung bergan auf die Oberw√ľrschnitzer H√∂he zum Trinkwasserbeh√§lter. Von hier haben wir Wanderer in westlicher Richtung einen beeindruckenden Blick zur Obereichigter H√∂he und auf die Gebiete um Ebmath, nahe der b√∂hmischen Grenze.

In s√ľdlicher Richtung zeigen sich die H√∂henz√ľge des Elstergebirges mit dem Kapellenberg (757m) und dem Hainberg (759m) auf tschechischer Seite. √Ėstlich schauen wir in das W√ľrschnitzbachtal mit dem Julius-Mosen-Ort Marieney hinein.

Links, etwas abseits vom Weg, entdecken wir am Waldrand einen √ľberdachten Rastplatz, wo wir etwas verschnaufen und die herrliche Rundumsicht richtig genie√üen k√∂nnen.

Wir gehen auf dem markierten Weg zur√ľck und wandern leicht bergab durch ein Waldgebiet mit alten Fichtenbest√§nden und vielen idyllischen Fleckchen und seitlichen Abzweigungen.

Von weitem h√∂ren wir mitten im Wald schon das Pl√§tschern und Glucksen des Tirschenbaches. Wir √ľberqueren diesen und folgen dem Weg bergan bis zum Waldrand. Nach der Stille des Waldes stehen wir unvermittelt vor land-wirtschaftlich genutzten Fl√§chen. Beim Weitergehen auf dem Feldweg sehen wir rechts das Bergst√§dtchen Sch√∂neck - auch "Balkon des Vogtlandes" genannt.

Etwas nördlicher schauen wir auf die Höhen um Werda mit dem 676 m hohen Eimberg. Auch die landwirtschaftlichen Anlagen der Agrargenossenschaft Tirschendorf sind vor uns zu erkennen. Diese hat sich besonders auf den Anbau von Kartoffeln spezialisiert und ist vogtlandweit der einzige Lieferant von Saatgut. Links haben wir schöne Ausblicke auf das nördliche Vogtland.

Wir wandern auf dem markierten Weg in das Dorf hinein, √ľberqueren am Dorfteich den Seifenbach und haben die M√∂glichkeit, im nahe gelegenen Gasthof Einkehr zu halten. Unmittelbar davor befindet sich die Haltestelle der Bus-Linie V- 38. Von hier aus hat man gute Verbindungen nach Oelsnitz, aber auch Richtung Sch√∂neck und weiter nach Klingenthal. Selbstverst√§ndlich kann die Wanderung bei Nutzung der o. a. Buslinie V- 38 auch von Tirschendorf aus in Richtung Hundsgr√ľn absolviert werden.

Auch der unter Wanderern bekannte Fernwanderweg Eisenach- Budapest(EB) f√ľhrt unmittelbar hier entlang. Unsere Markierung verl√§uft ein St√ľck gemeinsam auf diesem Weg, bevor wir links nach einer Scheune in einen Hohlweg einbiegen. Bald kommen wir an Probefl√§chen der AG Tirschendorf und k√∂nnen uns zur Vielfalt der Sorten und zur eingesetzten Landwirtschaftstechnik informieren. Wir haben das Ziel erreicht: Hier endet vorerst nach ca. 8 km der Kartoffel-Lehrpfad "Vogtl√§ndischer Knollensteig".

Von hier aus kann der Wanderer auf der gr√ľnen Markierung des "Oelsnitzer Rundweges" jedoch auch seine Wanderung zum Ulanengrab, √ľber den G√∂rnitzbach, zum "Wettinplatz" nach Brotenfeld fortsetzen. Weitere Wanderungen auf dem Europ√§ischen Fernwanderweg E 3 "Atlantik-Ardennen-Schwarzes Meer" k√∂nnen hier anschlie√üen.

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